This is Angie


Wie alles anfing:

Meine Jungens wollten immer ein Pferd haben.

„Na ja“, dachte ich, „fangen wir erst einmal klein an!“, und kaufte einen Wellensittich. ‚Kiki‘ hieß das Flattertier und da man die Jugend ja schon frühzeitig zur Tierliebe erziehen soll, kam der Vogelkäfig ins Kinderzimmer.
Die Knaben waren begeistert, der Vogel eher weniger, denn er zeigte bald Anzeichen einer Persönlichkeitsspaltung. Zuweilen war er wirklich handzahm und ich konnte ihn vorsichtig streicheln. Dann wieder hackte er bei der kleinsten Annäherung um sich.

Als ich einmal überraschend das Kinderzimmer betrat, verstand ich dieses seltsame Verhalten. Johannes, damals noch im Kindergartenalter, hatte das Tier in seine Martinslaterne gestopft und trug ihn laut singend durch das Zimmer, während der Vogel verzweifelt versuchte, aus dem schaukelnden Gefängnis zu entkommen.
„Na wenigstens hat der die Laterne nicht auch noch angesteckt“, das war mein erster Gedanke. Ich redete dem Knaben eindringlich ins Gewissen, was wenig Wirkung zeigte, denn ein paar Tage später erwischte ich den kleinen Tierquäler wieder. Dieses Mal hatte er den Vogel am Schwanz gepackt und schwenkte ihn lustig lachend hin und her, während der völlig verzweifelte Kikiversuchte, dem Knaben in die Hand zu kneifen.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht an mich halten konnte und Johannes eine Ohrfeige verpasste. Der heulte auch gleich los, ließ aber wenigstens den seekranken Vogel fallen. Also kam der Vogelkäfig samt Inhalt in die Küche und die Jungen verloren schlagartig jedes Interesse.

Bleibt nur noch zu bemerken, dass der bedauernswerte Wellensittich ein gutes halbes Jahr später unserem Dackel zu nahe gekommen ist und auf tragische Weise verstarb.

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Zurück zur Erziehung der Jugend:  Dieses Projekt war gescheitert, aber ich gab nicht auf.

Was gibt es schöneres für ein Kind, als einen treuen Gefährten an seiner Seite zu haben, einen Freund, der mit ihm durch dick und dünn geht! Was lag also näher, als einen Hund anzuschaffen. Zufällig ergab es sich, dass eine Bekannte ihren Dackel abgeben wollte…

… und so bin ich zu meiner Jeany gekommen.

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Jeany


 

‚Pini vom Modestübchen‘ war damals ein Jahr alt und sehr gut erzogen. Für einen Dackel jedenfalls, denn diese Hunderasse ist ja bekanntlich ein wenig eigen und ziemlich dickköpfig. Es war sofort Liebe auf den ersten Blick. ‚Jeany‘, wie ich den Hund umtaufte, war eigentlich von Anfang an mein Hund. Ich hatte als Kind niemals ein eigenes Tier besessen und hätte mir nicht vorgestellt, wie bedingungslos man von seinem Hund angenommen wird. Wie viel Liebe und Trost ein Hund geben kann.

Klar habe ich oft genug vor einer Wiese gestanden und wutschnaubend auf meinen Dackel gewartet, der einem Karnickel auf den Fersen war und es nie gekriegt hat. Oder ich habe Jeany wieder einmal aus einem Güllehaufen gezogen, weil die Dackeldame sich ein neues Parfum zulegen wollte. Auch weigerte sie sich grundsätzlich, bei Regenwetter das Haus zu verlassen und hätte lieber einen Darmverschluss bekommen, als sich auf die nasse Wiese zu setzen – aber das gehört wohl dazu.

Doch dieser kleine Hund hat alle Höhen und Tiefen mit mir erlebt, hat immer gemerkt wenn ich traurig, völlig nieder oder erschöpft war, setzte sich in solchen Situationen zu mir und versuchte mich zu trösten. Wie oft ich aus dem treuen Dackelblick und den anschließenden, abgrundtiefen Seufzer neue Kraft geschöpft habe, kann ich gar nicht sagen.

Ich glaube, dass man ein solches Tier nur einmal im Leben hat.

Jeany hat mich 18 Jahre lang begleitet und als sie nicht mehr leben wollte, habe ich versucht für sie da zu sein. Ich habe die bisher schwerste Entscheidung meines Lebens getroffen und sie bis zum Ende im Arm gehabt, gestreichelt und getröstet. Sie wird immer einen Platz in meinem Herzen haben...


 

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Murphy


 

Dackel Murphy ist inzwischen 5 Jahre alt. Er kam als Welpe von 6 Wochen zu uns. Dieses Mal hat mein Rob unser neues Familienmitglied ausgesucht. Allerdings ist nicht ganz klar wer hier wen aussuchte, denn Murphy ist sofort auf uns zugestürzt und hat sich intensiv mit unseren Schuhen beschäftigt.
Murphy ist zu einem selbstbewussten, lebhaften, aber lieben Rüden herangewachsen, der unsere Kapriolen mit einer gesunden Portion Gelassenheit erträgt.
Allerdings kann er seine Leute ganz schön auf Trapp halten...



 Inzwischen gibt es Murphys Abenteuer als Printbuch und als eBook in KindleStore.


Lisa

 


 

 

eines Tages fand Murphy mitten in der Nacht ein krankes, halb verhungertes Kätzchen im Garten. Wir pflegten es gesund und seit dem gehört ‚Lisa‘ mit zur Familie. Sie ist wie selbstverständlich bei uns eingezogen, versteht sich unheimlich gut mit den Hunden, verpennt die Tage im Bettkasten...


...und verbringt die Nächte wer-weiß-wo. Weil sie uns mag, bringt sie öfter mal ‚Geschenke‘ von ihren nächtlichen Streifzügen mit, wobei sie die toten Mäuse in der Regel auf der Terrasse ablegt. Meist sind diese Mitbringsel für unser jüngstes Familienmitglied gedacht.

Emma

 


 

Meine Emma heißt eigentlich ‚Silke von der Hohenweide‘ – welch ein beknackter Name für ein Rauhaar, deshalb haben wir sie ‚Emma‘ getauft.
Ein paar Monate nachdem Jeany verstorben war, hat mein Liebster mir eine ganz besondere Überraschung bereitet:
Er ist mit mir eines Nachmittags zu einem Züchter gefahren und ich habe mir dort ein Dackelmädchen ausgesucht. Ich wollte, da Murphy alles andere als ruhig ist, ein Tier mit einem eher ausgeglichenen Temperament. Emma kuschelte sich sofort in meinen Arm und schlief ein. Dieses liebe und ruhige Tier sollte es unbedingt sein.

Tja – wahrscheinlich hat der kleine Donnerbesen den ganzen Tag seine Mutter und die Geschwister genervt und war einfach völlig erschöpft, denn dieses kleine Dackelmädchen ist nicht müde zu kriegen. Sie nervt Murphy, der ihre Attacken mit einer gewissen Würde und Gelassenheit über sich ergehen lässt. Sie stürzt sich im Hechtsprung auf die Katze und nimmt so manche Blessur in Kauf. Sie kaut alles an, was nicht niet- und nagelfest ist…wenn man nicht aufpasst, klaut sie mit Vorliebe Socken und Wäsche und polstert ihr Lager damit aus. Sie macht sich in einem unbemerkten Augenblick gerne mal selbstständig.

Sie ist dickköpfig, erziehungsresistent, liebevoll, frech, lustig, unbelehrbar…



…und ich habe sie lieb!


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