David Gray
Glashaus
Kommissar Boyle ist gerade zur Mordkommission versetzt worden und sieht sich schon einem brisanten Fall gegenüber. Der Sohn des Polizeipräsidenten Stiller ist erschossen worden. Stiller will den Mörder seines Sohnes tot sehen und macht das dem Kommissar unverblümt klar, schreckt nicht vor einer Erpressung zurück.Boyle ermittelt auf seine ganz eigene Art und entdeckt bald eine Verschwörung ungeahnten Ausmasses.
Mein Eindruck:
Ich habe diesen Krimi verschlungen, denn „Glashaus“ ist ein unglaublich eindringlicher, lebensnaher Roman. Die Figuren sind so echt, handeln so nachvollziehbar, dass sich der Leser, teilweise mit Grauen, in sie hineinversetzen kann.Gray ist es gelungen, eine spannende Story zu erzählen, wobei er nicht zimperlich ist. Er lässt seine Protagonisten zynisch, brutal und zugleich sensibel sein.
Es gibt einige wirklich böse Szenen, die unterschwellig wirken: Ein Türke will eine Anzeige bei der Polizei machen und wird von einem Döner essenden Polizisten abgewiesen. Ein Mordopfer wird geschächtet.
Grays Sprache ist der Handlung angepasst, fast zu hart und unvermittelt. Doch in diesem Fall passt sie einfach zur Geschichte, gibt ihr den nötigen Thrill.
Gleichzeitig lässt dieser ungewöhnliche Krimi den Leser sehr nachdenklich zurück, denn hier wird ein Stück deutscher Realität beschrieben.
David Gray
Wolfswechsel
Paris, Mai 1969. Nach einer Razzia warten in der Zelle eines Pariser Polizeireviers Prostituierte, Freier und Zuhälter auf ihre Vernehmung. Darunter befindet sich auch Wladislaus Wajda, der Chefchirurg des Warschauer Regierungskrankenhauses. Während die Verhafteten auf ihre Verhöre warten, bittet die junge Prostituierte Nathalie ihn ihr seine Geschichte zu erzählen:
Vor dem Krieg floh er als Jude nach Paris, wo ihn die deutschen Besatzer schließlich verhafteten und in ein Vernichtungslager deportierten. In einer Welt, die weder Mitleid noch Hoffnung kannte, war Wajda entschlossen zu überleben, ganz gleich um welchen Preis, so geht er den Naziärzten zur Hand.
In den Wirren der letzten Kriegsmonate gelingt es Wajda aus dem Vernichtungslager zu fliehen.
Verkleidet als Wehrmachtshauptmann Jakob Weiss schlägt er sich durch die Einsamkeit der ostpreußischen Wälder in Richtung der russischen Front. Halb tot und ausgehungert wird er von den Bewohnern des abgelegenen Gutes Bülow gefunden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Rote Armee über die Memel setzt und in Ostpreußen einfällt. So bietet Catherina, die Herrin des Gutes, dem vermeintlichen Hauptmann Weiss an das Ende des Krieges auf Bülow abzuwarten.
Doch als Wajda sich bei einer Wolfsjagd mit Tollwut infiziert, ist er nicht nur gezwungen, Catherina seine wahre Identität aufzudecken.
Ein unglaublich eindringliches Buch, das sprachlos macht vor Grauen. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, denn die Story lässt einen nicht los.
Sandra Melli
Stern der Göttin
Blau/weiß gegen gelbNach einem verheerenden Krieg herrscht in Dämmerland Feidschaft zwischen den Völkern. Die Angehörigen der schwarzen, blauen und violetten Rasse stehen den weißen, grünen und gelben Völkern feindlich gegenüber. Unversöhnlicher Hass herrscht und bestimmt das Zusammenleben. In dieser verwirrenden Zeit taucht ein wertvoller Zaubergegenstand auf: Der Stern der Göttin.
Das mit außergewöhnlichen Kräften ausgestattete Katzenmädchen Laisa findet sich plötzlich in diese Welt katapultiert. Sie kann mit den Machtkämpfen der verschiedenen Farben nichts anfangen, versteht die Fehde der Menschen nicht. Doch als der weiße Zauberer sie bittet, den Stern der Göttin vor dem schrecklichen schwarzen Zauberer zu retten, zaudert sie nicht lange.
Mein Eindruck:
Vom Grundsatz her fand ich die Thematik des Fantasyromans interessant: Völker, welche verschiedenen Farben angehören, eine Welt, in der die jeweilige Farbe dominiert.
Doch die unterschiedlichen Farbfeindschaften und immer mehr Magier/Völker/Götter/Orte mit fremdartigen Namen verwirren zunächst, ermüden anschließend. Wer hat schon den Nerv ständig im Anhang zu blättern um auf dem Laufenden zu bleiben, sich immer neu einzulesen.
Hinzu kommt, dass die, zunächst faszinierende Story auf Dauer einfach dünn ist. Die Spannung fällt schell ab, die Geschichte wird langweilig, die Handlung ist zäh wie Kaugummi. Zum Ende nimmt die Story wieder Tempo auf, doch gibt es ein (relativ) offenes Ende, sodass eine Fortsetzung vorprogrammiert ist.
Fazit: Sorry, hier ist zugunsten der Fortsetzung die Gelegenheit vertan, eine richtig tolle Story zu erzählen.
By the Way - blau/weiß versus gelb gibt es ja im Ruhrgebiet öfter... ;-)
Sabine Thiesler
Hexenkind
Sarah flieht zusammen mit ihrer hochbegabten Tochter Elsa in die Toscana. Anlass dazu ist der geniale, doch gewalttätige Musiker Frank, ihr Ehemann. Romano, ein italienischer Gastarbeiter hilft ihr bei der Flucht. Aus Sarah und Romano wird ein Paar, die zwei fangen ein neues Leben an. Bald stellt sich Nachwuchs ein, doch Edi ist nach einem schlimmen Unfall geistig behindert. Sarah kompensiert ihr Unglück, indem sie Beziehungen zu verschieden Männern hat. So spannt sie ihrer inzwischen erwachsenen Tochter den Freund aus. Eines Tages wird Sarah in einem einsam gelegenen Haus mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf.
Mein Eindruck:
Dieser, etwas ältere Thriller ist Unterhaltung vom Feinsten. Schon der Vorgängerroman, „Der Kindersammler“, besticht durch die fast unerträgliche Spannung, doch mit „Hexenkind“ hat Sabine Thiesler sich noch einmal übertroffen. Sie schafft es den Leser, von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Es ist mir nicht möglich gewesen, das Buch aus der Hand zu legen und ich habe die fast 600 Seiten an einem Wochenende geradezu verschlungen.Wobei es nicht nur um Mord und Todschlag geht. Thiesler erzählt eine Geschichte, die 1983 beginnt und 2005, mit Sarahs Tod, endet. Eine Geschichte die es in ihrer Tragik mit jeder klassischen griechischen Tragödie aufnehmen kann.
Nerea Riesco
Der Turm der Könige
Sevilla 1248: Ferndinand III. von Kastillien ist es gelungen die Stadt zurück zu erobern, doch der maurische Herrscher Axataf will das Minarett der Moschee von Sevillia zerstören lassen, es soll nicht in die Hände der Ungläubigen fallen.
Ferdinands Sohn, Alfons der Weise schlägt ein Schachturnier vor: Der Gewinner kann frei über die Giralda verfügen.
Fünfhundert Jahre später steht noch immer kein Sieger fest. Leon ist auserwählt, um das Schachturnier zu Ende zu bringen. Doch dunkle Mächte wollen dies verhindern.
Mein Eindruck:
„Der Turm der Könige" ist sicherlich keine leichte Kost und trotzdem ein faszinierender Roman. Nerea Riesco gelingt es politische Zusammenhänge so zu schildern, dass sich auch ein Leser ohne die entsprechende Vorkenntnis mühelos zurecht findet, was auch für das Schachspiel gilt.
Vor der grandiosen Kolisse des historischen Sevillas zeichnet die Autorin ein unglaublich eindringliches Bild der Epoche. Hier merkt man dem Roman die minutiöse Recherche an. Doch hält sich Riesco bemerkenswert zurück, nichts wirkt besserwisserisch oder belehrend.
Die Protagonisten sind voller Leben und Leidenschaft, der Leser leidet mit ihnen, verfolgt dieses Familienepos atemlos bis zum Schluss. Gefühlvoll schildert die Autorin die wunderbaren Liebesgeschichten, doch im Mittelpunkt des Romans steht die Suche nach dem verloren gegangenen Spiel. Auch die Geschichte der Stadt wird eindringlich, doch niemals langweilig geschildert.
Weiterhin besticht der Roman durch sein sehr gelungenes Cover und die liebevolle Ausstattung. Ein besonderer Leckerbissen ist ein aufklappbarer Schutzumschlag mit einer innenliegenden Karte des mittelalterlichen Sevilla.
Fazit: Ein wunderbares Werk um Liebe, Geheimnisse und das Spiel der Könige.
Phil Rickman
Die Gebeine von Avalon
Dr John Dee, Hofastrologe und Protegé der jungen Elisabeht I von England wird auf eine makabere Suche geschickt: Er soll die Gebeine ihres Ahnherren, König Artus, finden, denn sonst ist ihr der Untergang prophezeiht worden. Robert Dudley, inoffizieller Liebhaber der Königin, soll ihm bei dieser heiklen Aufgabe zur Seite stehen. Die Reise geht nach Glastonbury, wo die Ruinen des ältesten Klosters Englands stehen. Doch die Ruinen bergen ein dunkles Geheimnis und bald geschehen grausame Morde.
Mein Eindruck:
Ich muss zugeben, dass mich dieser Roman von Anfang an fasziniert, denn ich bin ein großer Fan der britischen Historie. Hinzu kommt, dass ich vor einiger Zeit die Klosterruinen von Glastonbury und das vermeindliche Artusgrab besichtigt habe. Das ist ein ganz besonderer Ort.
Doch denke ich, dass es einige Kenntnisse der Geschichte braucht, um „Die Gebeine von Avalon“ wirklich genießen zu können, doch lässt man sich auf die Story ein, so findet man einen spannenden, mystischen Thriller der Extraklasse.
Dabei erzählt Phil Rickman aus der Sicht des aufgeklärten Dr. Dee auf amüsante Art, die den Leser häufig zum Schmunzeln bringt. Gewürzt wird das alles mit einer Prise britischen Humors.
Auch eine nette Liebesgeschichte ist in die Handlung eingebunden.
Rickman versteht es gekonnt, Fiktion und Geschichte zu verquicken, so dass ein unterhaltsamer Mix entsteht und der Leser einen Einblick in die Intrigenwelt des elsabethanischen Hofes bekommt.
Die Protagonisten sind lebensnah und sympathische geschildert, der Leser liebt und leidet mit.
Auch die eher düstere Atmosphäre kommt gut rüber, passt ganz fabelhaft zur Story.
Das Cover und die aufwendige Ausstattung des Romans tun ein Übriges und runden den positiven Eindruck ab
. Fazit: Ein Mix aus Krimi, düsterem Mysterienthriller und unterhaltsamer Geschichtsstunde.
Kerstin Lange
Schattenspiel in Moll
Konstantin ist Volontär beim Neusser Tageblatt und bekommt die Chance seines Leben: Er soll den berühmten Pianisten Eugen Hausmann interviewen. Hausmann will den Lebensabend in seiner Heimatstadt verbringen und mietet sich in einem exclusiven Altersdomizil ein. Doch bevor es zu dem Interview kommt, wird der Pianist vergiftet. Konstantin, dessen Vater mit Hausmann befreundert war, versucht den Mord aufzuklären und deckt ein Netz aus Lügen, Heuchelei und Vertuschung auf, dessen Schattenspiel bis in die Gegenwart reicht.
Mein Eindruck:
„Schattenspiel in Moll“ ist Kerstin Langes erster Roman, doch kann ich mir gut vorstellen, dass der Neusser Lokalkrimi der Anfang einer ganzen Reihe wird. Nicht nur der Protagonist, sondern auch die ermittelnden Beamten sind interessante Figuren, die sympathisch und lebensnah daherkommen. Die Kriminalgeschichte ist, durch Rückblenden, spannend und logisch aufgebaut. Trotzdem tappt der Leser zum zum Schluss in Dunkel, ist von der Auflösung überrascht. Die Autorin versteht es Spannung aufzubauen, ohne dass der Roman überzogen wirkt. Angenehm: Kerstin Lange bringt zwar Lokalklorit ins Spiel, doch sie überfordert den „auswärtigen“ Leser nicht.
Fazit: Ein interessanter Krimi, nicht nur für Leser aus Neuss und Umgebung.
Emma Donoghue
Raum
Jack feiert seinen fünften Geburtstag. Doch er bekommt keinen Besuch, denn seine Welt besteht aus einem Raum. Die Tür ist verschlossen, ein Oberlicht spendet Licht. Hier ist seine Mutter eingesperrt worden, hier wurde Jack geboren. Nachts versteckt er sich im Schrank, denn dann kommt „Old Nick“. Seine Freunde gibt es nur im Ferseher, doch er weiß, dass sie nicht echt sind. Echt sind nur Ma und er, außerhalb von „Raum“ ist das Weltall.Doch plötzlich erklärt Ma ihm, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen zu flüchten, denn sonst würde ein Unglück geschehen.
Mein Eindruck:
„Raum“ ist ein atemberaubendes, doch sehr bedrückendes Buch. Emma Donghue lässt den kleinen Jack erzählen, in seiner eigenen Sprache und mit seinem begrenzten Wortschatz. Gerade deshalb ist dieser Roman so unglaublich bewegend, denn der Kleine kennt nur „Raum“, nimmt diese Realität gelassen hin. Für ihn ist es ganz normal eingesperrt zu sein, sich vor „Old Nick“ zu verstecken, ansonsten mit seiner Mutter allein zu sein. Gespenstisch auch, dass es solche Storys in der Wirklichkeit gegeben hat (noch gibt?). Die Flucht ist beklemmend realistisch geschildert (mehr sei hier nicht verraten). Der Leser hält den Atem an, kann sich nicht von dieser spannenden Story trennen.
Hier ist Emma Donghue ein richtig guter Roman gelungen, der an keiner Stelle überzogen wirkt, sondern fesselt, mitnimmt, atemlose Spannung erzeugt.
Fazit: Dieser Roman hat ausgesprochene Bestsellerqualitäten. Ich lese sehr viel, aber „Raum“ ist das seit langem gelungenste Werk!
Stefanie Kremser
Die toten Gassen von Barcelona
Anna hat durch einen tragischen Unfall ihre Familie verloren und beschließt, die Geburtsstadt ihrer Mutter zu besuchen.
Sie will einen alternativen Reiseführer über Barcelona schreiben. Doch kaum angekommen findet sie einen Toten auf der Straße und ein Junge wirft ihr ein Stück Blei zu.
Der Tote ist nicht das einzige Opfer. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und bald gerät Anna in große Gefahr.
Mein Eindruck:
„Die toten Gassen von Barcelona“ ist ein auf jeden Fall lesenwerter Thriller.
Auf knapp 250 Seiten schafft es die Autorin, eine spannende Geschichte zu entwickeln und den Leser gleichzeitig mit auf eine Reise durch die Gassen Barcelonas zu nehmen. Trotzdem ist der Roman niemals langweilig.
Wenn die Story auch ein wenig konstruiert wirkt, so schafft es Stefanie Kremser doch mit einem Schuss Humor, einer mitfühlenden und warmherzigen Erzählkunst und viel Kenntniss der Örtlichkeit immer wieder das Interesse zu wecken.
Die Protagonistin kommt ausgesprochen nett daher, sie hat sofort alle Sympathien auf ihrer Seite. Die Stadt wird mit all ihrer Großartigkeit, doch auch mit allen ihren Problemen geschildert, der Leser sieht das alles geradezu vor sich und bekommt Lust auf einen Wochenendtrip (doch ohne Serienkiller).
Fazit: Sicher ist dieser Thriller kein Super - Überflieger, doch es ist gutgemachte Handwerkskunst für einige spannende Stunden.
Sebastian Fitzek
Der Augensammler
Alexander Zorbach ist ein Expolizist. Er hat in einer entscheidenen Situation versagt und eine Frau erschossen. Jetzt arbeitet er als Reporter für Kriminalfälle bei einer Zeitung. Immer wieder muss er über einen Psychopathen berichten, der Kinder entführt, sie tötet und ihnen ein Auge amputiert. Schließlich gerät er selbst in Verdacht und ihm bleiben nur 45 Stunden, um den wirklichen Mörder zu finden - oder ist er es doch selbst?
Mein Eindruck:
Dieser Roman ist ein Psychothriller, im wahrsten Sinne des Wortes. Sebastian Fitzeck gelingt es mühelos eine ungeheure Spannung aufzubauen und den Leser dabei völlig im Dunkel tappen zu lassen. Einmal mit dem Lesen angefangen ist es so gut wie unmöglich, den Roman aus der Hand zu legen. Die Handlung ist logisch aufgebaut und eines führt zum anderen. In kurzen Kapiteln werden Situationen aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet, was dem Thriller sehr zuguten kommt.
Das Buch fängt mit dem letzten Kapitel und der Seite 439 an und endet (folgerichtig) mit dem ersten Kapitel. Doch keine Angst, auch das klärt sich auf wenn man den Roman bis zum Ende gelesen hat.
Fazit: Nichts für schwache Nerven!
Rebecca Gablé
Hiobs Brüder
Simon ist fallsüchtig und deshalb besessen, jedenfalls nach der Meinung der frommen Brüder von St. Pancras. So wird er auf einer verfallenen Inselfestung vor der Küste Yorkshires eingesperrt. Dort trifft er auf eine Handvoll anderer Jungen und Männer, die allesamt ein Gebrechen haben, das den Mönchen suspekt ist. Der Anführer dieser Männer hat sein Gedächtnis verloren und nennt sich Losian. Als sich nach einem heftigen Sturm ein Weg in die Freiheit findet, wagen sie die Flucht zurück auf das Festland. Doch wohin sie sich auch wenden, bleiben sie doch Verstoßene. Erst als Losian sein Gedächtnis wiederfindet, bietet sich für die Gefährten eine zweite Chance.
Doch Losian ist maßgeblich in den Krieg zwischen Kaiserin Moud und König Stephen verwickelt.
Mein Eindruck:
Rebecca Gablé ist einfach ein Garant für gut recherchierte historische Romane. Auch mit diesem Buch ist ihr ein Meisterwerk gelungen. Die Figuren sind authentisch, die Story lebensprall und spannend, die Verquickung von Historie und Fiktion sehr gelungen. Allerdings waren die historischen Figuren, allen voran Henry Plantagnet und Aliénor von Aquitanien, auch im ‚wirklichen Leben‘ außergewöhnliche Persönlichkeiten. Doch das soll Gablés Leistung in keiner Weise schmälern.
Sie verzaubert durch ihre wunderbaren Schilderungen, schafft Bilder im Kopf, lässt Geschichte lebendig werden.
Fazit: Wieder einmal ein tolles Werk. Ich hoffe, dass diese Autorin weiter lebendige Geschichte vermittelt.
Nele Neuhaus
Schneewittchen muss sterben
Tobias
Satorius wird nach Verbüßung einer 10-jährigen Haftstrafe entlassen. Er soll
zwei Mädchen getötet haben, doch die Leichen sind nie gefunden worden. Er kehrt
in seinen Heimatort, Altenhain, zurück und wird dort massiv angefeindet.
Kurz darauf finden Bauarbeiter auf einem stillgelegten Flugplatz ein menschliches
Skelett, wenig später verschwindet wieder ein Mädchen, die Ereignisse der
Vergangenheit scheinen sich zu wiederholen. Die Dorfgemeinschaft ist sich sicher:
Tobias ist der Täter und dieses Mal will man die Sache selbst in die Hand
nehmen.
Die Lage spitzt sich zu und die Ermittlungen der Polizei werden zu einem Wettlauf gegen die Zeit.
Mein Eindruck:
Dieses ist mein erster Roman um das Ermittlerduo Kirchhoff/von Bodenstein und ich bin restlos begeistert. Nele Neuhaus schafft es, von Anfang an Spannung zu erzeugen. Obwohl der Roman stolze 530 Seiten aufweist, hält diese Spannung bis zum Ende an. Der Leser tappt lange Zeit im Dunkeln, denn die Autorin legt gekonnt falsche Spuren.
Es
gelingt ihr, die düster muffige Atmosphäre im Dorf Altenhain zu vermitteln.
Hier wird alles unter den Teppich gekehrt, was nicht in die, vordergründig,
heile Welt passt. Auch ein Wohltäter wie er im Buche steht darf nicht fehlen:
Claudius Terlinden unterstützt den Sportverein und die freiwillige Feuerwehr. Doch
in Wahrheit sind fast alle Einwohner Altenhains von ihm abhängig und er nutzt
diese Abhängigkeit gnadenlos aus, wobei seine Methoden jeden Mafiapaten alt
aussehen lassen.
Gekonnt beschreibt Neuhaus den Polizeialltag und gibt Einblicke in das chaotische
Privatleben der Ermittler, ohne dass die Kriminalgeschichte in den Hintergrund
tritt.
Fazit: Ein richtig guter Thriller mit Tiefgang.
Kate Morton
Der verborgene Garten
An ihrem 21. Geburtstag offenbart ihr Vater, dass sie nicht seine leibliche Tochter ist und für Nell bricht eine Welt zusammen. Jahrzehnte später versucht sie, dem Geheimnis ihrer Herkunft auf die Spur zu kommen. Ihr Weg führt sie von Australien nach Cornwall. Bei Blackhurst Manor macht sie in einem kleinen Cottage unerwartete Entdeckungen und kauft das Häuschen. Leider ist es ihr nicht vergönnt, die dunklen Geheimnisse zu ergründen. Erst ihre Enkelin Cassandra findet heraus, wer Nells wirkliche Eltern sind. Auf den Spuren der Vergangenheit entdeckt sie Geschehnisse, die ihren Anfang in den Gärten von Blackhurst Manor nahmen und seit Generationen das Schicksal ihrer Familie bestimmten.
Mein Eindruck:
Was
eigentlich banal und wenig aufregend klingt, ist ein fesselnder Roman, der den
Leser sofort in seinen Bann zieht. Kate Morton schafft es auf leichte Art eine
Familiengeschichte zu erzählen, die den Bogen über 100 Jahre spannt und immer
aufs Neue spannend und faszinierend zugleich ist, eine Saga die von starken
Frauen erzählt. Es gibt drei Handlungsstränge, die um 1900, 1975 und in der
Jetztzeit spielen. Hinzu kommen in die Handlung eingebundene Märchen, denn
Eliza, die eigentliche Schlüsselfigur, ist eine Märchenbuchautorin. Liebevoll
beschreibt Kate Morton die Personen mit allen ihren Macken und ihrem persönlichen
Schicksal.
Sie schafft mit diesem Roman Bilder im Kopf, fast kann man den rauen Wind
spüren, der die Klippen Cornwalls umtost. Doch sie verheddert sich nicht in
detailverliebten Kleinigkeiten, sodass „Der verborgene Garten“ ein zwar episch
breiter, doch unglaublich spannender Roman bleibt. Auch wird der Leser, der
ahnt, wie sich die Story entwickelt, immer wieder überrascht und ist bis zur
letzten Zeile buchstäblich gebannt.
Fazit: ein Ausnahmeroman, den man nicht so schnell vergisst.
Elia Barceló
Töchter des Schweigens
Sie haben dreißig Jahre nicht darüber gesprochen, haben gehofft, dass die Zeit alle Wunden heilt, dass sie vergessen können, was in jener schicksalsschweren mallorquinischen Nacht geschehen ist. Doch als sich die sieben Freundinnen nach Jahrzehnten wiedertreffen, müssen sie feststellen, dass nichts vergessen ist, die Schuld nichts von ihrem Schrecken verloren hat. Für eine von ihnen endet das Wiedersehen tödlich.
Mein Eindruck:
Welch
ein wundervoller Roman, schön und schrecklich zugleich. Elia Barceló versteht
es wie keine Andere, mit Worten zu malen. Situationen und Begebenheiten mit
Leben zu füllen und den Leser zu fesseln, teilnehmen zu lassen.
Sieben Freundinnen, in den Siebzigern gerade einmal 18 Jahre alt, sind
hoffnungsfroh, wollen Leben, Erleben und alles möglich machen. Doch ihr Traum
zerplatzt wie eine Seifenblase, denn sie haben ein dunkles, schreckliches
Geheimniss. Die Protagonistinnen dieses Romans sind so authentisch, so voller
Leben, dass man den Eindruck gewinnt, sie vor sich zu sehen. Sie gut zu versteht
und mit ihnen leidet.
Doch das ist nur eine Facette dieses wunderbaren Romans, auch der
geschichtliche Hintergrund ist faszinierend. Spanien im Umbruch, der greise
Franco, welcher seinen Zenit längst überschritten hat und nicht verhindern
kann, dass der Staat liberaler wird. Die Situationen der Frauen, die von ihren
Männern dominiert werden. All das ist hervorragend geschildert, eingebunden in
die eigentliche Handlung.
Auch die Auflösung des eigentlichen Verbrechens hält den Leser in Atem, lässt
ihn bis zur letzten Seite im Unklaren und verblüfft durch seine Klarheit.
Fazit: Dieser Roman muss ein Bestseller werden, denn er hat alles, was einen Erfolgsroman ausmacht.
Simon Beckett
Tiere
Nigel wohnt in einem Pub, doch ist das Etablissement seit langer Zeit geschlossen. Seine verstorbenen Eltern haben in den Räumlichkeiten nicht immer astreine Geschäfte betrieben.
Nigel ist in seiner Welt zufrieden. Er liebt Comics, Trickfilme von Disney und seine Mutter. Doch in den Kellergewölben des Pubs verbirgt sich sein dunkles Geheimnis. Hier hält er SIE, seine Tiere.
Mein Eindruck:
Ich muss es jetzt einmal sagen: Es ist erstaunlich, was ein Autor verkaufen kann, wenn er sich einen Namen gemacht hat. „Tiere“ ist Becketts zweiter Roman, der 1995 veröffentlicht wurde und nicht sonderlich erfolgreich war, was ich verstehen kann. Auf 280 Seiten wird hier eine Story erzählt, die eine tolle Kurzgeschichte geworden wäre.
Nigel, selbst zurückgeblieben hält sich in seinem Keller Menschen, die er wie Hunde füttert und dressieren will. Doch was rasant anfängt, und dem Leser der wirklich guten „Hunter“ Romane einen Schauer über den Rücken jagt, wird schnell unfreiwillig komisch. Da ist nichts von der gekonnten Spannung, die Becket in seinen späteren Werken aus dem Hut zaubert. Nigel ist zwar zurückgeblieben, aber ein simpler, harmlosere und menschenscheuer Typ, warum er Menschen wie Tiere hält, ist unbegreiflich, sein Handeln kommt dem Leser einfach merkwürdig vor. Es gelingt dem Autor nicht, eine interessante Handlung herauszuarbeiten. Das letzte Drittel des Romans isteinfach öde und völlig überflüssig.
Auch von dem „schwarzen Humor“ den Beckett in seinem Vorwort anpreist ist im Roman nichts zu finden, dafür mach sich schnell Langeweile breit. Ich habe den Roman letztendlich quergelesen und war einfach froh, die Geschichten hinter mich gebracht zu haben.
Fazit: Sorry, aber dieser Thriller ist mit Abstand Becketts schlechteste Arbeit.
Margit Kruse
Eisaugen
Margarete Sommerfeld hatte gedacht mit Bertl die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, doch stellt sie bald fest, dass er nicht treu sein kann. Nach der Trennung von diesem Westen-taschencasanova überschlagen sich die Ereignisse. Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden und Margarete findet Fotos von gefolterten Frauen in ihrem Briefkasten. So ermittelt sie auf eigene Faust und hat bald einige Verdächtige im Visier. Doch dann wird ihr Vater ermordet und Margarete gerät selbst in Gefahr.
Mein Eindruck:
„Eisaugen“ ist Margit Kruses erster Krimi und ich bin begeistert. Die Mischung aus Gelsen-kirchener Familienleben und Kriminalgeschichte ist einfach perfekt, denn diese Autorin weiß, wovon sie schreibt.
Die Protagonistin, mit beiden Beinen fest auf der Erde stehend, ist sympathisch, ihr Handeln nachzuvollziehen und logisch. Die Kriminalgeschichte ist gut durchdacht. Der Leser tappt lange im Dunkeln, hat die üblichen Verdächtigen vor Augen und ist letztendlich überrascht von der rasanten Auflösung.
Hinzu kommt, dass Margit Kruse mit ihrem trockenen Humor und der guten Beobachtungsgabe so mache Situation skizziert, die komisch – realistisch ist und kein Auge trocken lässt. Der Roman ist voller Leben, skurriler Typen, aber auch alltäglicher Situationen, die Story gut durchdacht und das Ganze mit einem guten Schuss Humor zubereitet!
Fazit: Ein wirklich lesenswerter Krimi, bei dem man auf eine Fortsetzung hofft!
Stefan Kiesbye
Hemmersmoor
Hemmersmoor ist ein kleines Dorf im norddeutschen Teufelsmoor. Es gibt ein Gutshaus, eine alte Fabrik und eine Kneipe. Die Atmosphäre in Hemmersmoor ist duster, geprägt von Aber-glauben, Brutalität und Inzest. In der Kneipe reden die Alten von Irrlichtern, Wiedergängern Hexen und Teufeln. Denn sie sind der Meinung, dass irgendwo in der Nähe der Eingang zur Hölle liegen muss. Hier wachsen Christian und seine Freunde auf. Die Kinder leben den Aberglauben der Eltern aus und es geschieht Fürchterliches.
Mein Eindruck:
Ich hatte gedacht, eine Thriller zu rezensieren und bin mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen.Zunächst zwischen Belustigung und Abscheu schwankend, ob der unglaublichen Schilderungen, ist mir jedoch das Lachen schnell im Hals stecken geblieben. Kiesbye versteht es, die unglaubliche Brutalität, die in diesem Ort zur Tagesordnung gehört, erschreckend eindringlich zu schildern: Da ist ein Vater, der seine Tochter schwängert, ein anderer Vater zerschneidet seiner Tochter im Zorn das Gesicht. Eine ganze Familie wird erschlagen, weil „man“ der Meinung ist, dass sie einen Pakt mit dem Teufel hat. Einer der Jungen erstickt seine Schwester, weil er ihre Seele für den Teufel einfangen will. Und das sind nur einige der Begebenheiten, die das Leben in Hemmersmoor ausmachen.
All dies wird, sehr naiv, aus der Sicht der Kinder geschildert und kommt als Normalität daher, die Kinder kennen es nicht anders.
Der Leser ist fasziniert und gleichzeitig abgestoßen von den Abgründen, die sich auftuen. Gleichzeitig fragt er sich, ob es nicht hinter so manchem dunklen Fenster ein düsteres Geheimnis gibt. Ob er es will oder nicht – Hemmersmoor zieht den Leser mit in den Strudel der Brutalitäten. Einmal mit dem Roman angefangen, kann er sich kaum davon lösen, will wissen, ob es sich doch noch alles zum Guten wenden kann, ob die Kinder sich aus dem bösen Kreis lösen können und weiß doch, dass dies nicht möglich ist.
Fazit: Hier ist Stefan Kiesbye ein Meisterwerk gelungen, dass absolute Bestsellerqualitäten hat.
Catalin Dorian Florescu
Jacob beschließt zu lieben
Dies ist die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte über die Liebe, die Freundschaft, aber auch über Verrat und Flucht. Gleichzeitig schildert der Roman die Familiengeschichte der Obertins, beginnend mit dem 30jährigen Krieg, in dem der Söldner Caspar aus Versehen ein fremdes Gehöft als das Seinige ansieht, fast die gesamte Familie auslösch, die Tochter dieser Familie heiratet und so zum Stammvater der Obertins wird. Weiter geht es mit Frederic, der sich, wie so viele andere aus Lothringen, gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf den weg ins Banat macht, um ein besseres Leben zu haben. Die Geschichte endet mit Jacob, der von seinem Vater verraten wird.
Mein Eindruck:
Hier ist ein Roman, der dem Leser auf unterhaltsame Weise, doch in atemberaubender Konzentration, ein Stück Weltgeschichte näher bringt. Jacobs Leben und damit die Geschichte seiner Familie (denn beides ist ja unentwirrbar miteinander verbunden) ist von Anfang bis Ende spannend erzählt, sodass der Leser sich nur schwer losreißen kann und eigentlich immer weiter an den Geschehnissen teilnehmen möchte. Denn das tut er, ist einbezogen, kann Jacob all zu gut verstehen, leidet und liebt mit ihm.
Mit diesem Werk ist Florescu eine Stück große Literatur gelungen. Er malt mit Worten, setzt unglaublich bildhafte Formulierungen ein und vermittelt so filmreife Szenen, die der Leser vor Augen sieht. Doch ist der Autor niemals belehrend, sondern vermittelt Geschichte mit leichter Hand.
Ich kann mich Martin Amanshauser nur anschließen: „Wenn Catalin Dorian Florescu erzählt, dann blühen die Seiten!“
David Hamilton
Achte auf deine Gedanken
Warum der Geist die Materie beherrschtDieses Buch will beschreiben, wie unsere Gedanken und Gefühle den Zustand unseres Körpers, die Umstände unseres Lebens, den Zustand der Welt verändern. In simplen Beispielen wird der Huntergrund der Wirksamkeit von Affirmationen, Wünschen und Gebeten aufgezählt.
Mein Eindruck:
Es ist logisch, dass jemand, der mit einer ernsten Erkrankung umgehen kann und eine positive Einstellung hat diese besser überwinden kann, als ein notorischer Pessimist. Um das zu wissen muss ich dieses Buch nicht lesen.Trotzdem regen einige der Thesen, die David Hamilton aufstellt zum Nachdenken an. Der Leser hinterfragt seine Einstellung zum Leben und das ist sicher zuweilen wichtig und bringt uns weiter. Auch die Grundgedanken des Buches sich selbst einfach zu mögen und freundlicher mit seinen Mitmenschen und der Natur umzugehen sind ja sehr löblich, doch ganz so einfach das eben nicht immer. Selbst bei einer superpositiven Einstellung seinen Mitmenschen gegenüber kommt bei einigen Zeitgenossen eben doch der ketzerische Gedanke auf, dass dieser 30 % seiner Gene gemeinsam mit einer Banane hat…
Einige, angeblich von seriösen Wissenschaftlern durchgeführte Untersuchungen, regen eher zum Kopfschütteln an: Menschen, die den Bluthochdruck durch positive Gedanken senken, und das bei Personen, die sich 25 Meter weit weg befinden? Heiler, die durch das Handauflegen Samen dazu bringen, schneller zu sprießen? Gießwasser, das Pflanzen schneller wachsen lässt, weil sich auf der Gießkanne ein Schild mit dem Aufdruck „Liebe“ oder „Glück“ steht? Sätze wie „Reich wird, wer sich wie ein Reicher, arm, wer sich wie ein Armer verhält“oder „Heilung von Brandblasen dauern nach einem ehelichen Konflikt länger“ wirken eher komisch als aufklärend. Und dass jemand einen „basketballgroßen Tumor“ durch seine bloße Gedankenkraft heilt, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Sicherlich begeistert David Hamilton eine Menge Menschen mit diesem Buch, leider gehöre ich nicht dazu.
Katia Fox
Der goldene Thron
England im 12. Jahrhundert: Der junge Guillaume ist der vierte Sohn eines Barons und des-halb völlig chancenlos, einmal Titel und Güter des Vaters zu erben. Als Knappe träumt er davon, einmal ein Ritter des Königs zu werden. Dieser Wunsch rückt in greifbare Nähe, denn es gelingt ihm, die Königin vor einem Hinterhalt zu retten. Zum Dank dafür lässt sie ihn zum Fechtmeister des Prinzen ernennen. Nach und nach gewinnt er das Vertrauen des Prinzen und wird zu einem der einflussreichsten Männer Englands. Doch er hat Neider, die ihm das Leben schwer machen. Als er sich in die Schmiedin Ellen verliebt, scheint sein Schicksal besiegelt.
Mein Eindruck:
Dieser Roman ist nicht uninteressant. Der Protagonist hat wirklich gelebt und ist unter dem Namen William Marshal in die Analen der Geschichte eingegangen. Marshal galt als einer der berühmtesten Ritter seiner Zeit und hat, als Höhepunkt seiner erstaunlichen Karriere, als Regent Englands agiert. Auch sind die Geschehnisse um die Plantagenets auch ohne großes „Drumherum“ spannend genug, wobei mich Eleonore von Aquitanien unglaublich fasziniert. Das Thema ist also schon einmal spannend, doch weist der Roman „Der goldene Thron“ Längen auf. Die Autorin verzettelt in Schilderungen des ritterlichen Lebens, die einfach langweilig sind. Auch kommen Personen (Matilda und William de Broase) vor, die erst auf den letzten Seiten an der eigentlichen Handlung beteiligt sind, was einfach zu Verwirrungen führt. Es wimmelt vor Adeligen und Rittern, die eigentlich keine Bedeutung für die Handlung haben.
Das Werk hat stolze 767 Seiten, eigentlich kein Problem, wenn es sich um einen spannenden Roman handelt, dich in diesem Fall bin ich einfach froh gewesen, dass ich’s hinter mir hatte.
Rebekka Pax
Septemberblut
Frederik ist im Besitz eines magischen Messers, dass ihn zum Vampirjäger macht. Doch auch er wird gejagt, denn der Meistervampirs Gordon will die anderen Clans in Los Angeles mit Hilfe des Messers vernichten. Um Gordon nicht in die Hände zu fallen begeht Frederik Selbstmord und das magische Messer geht auf seine Schwester über. Amber weiß zunächst nicht wie ihr geschieht. Doch bald gerät sie zwischen die Fronten eines erbitterten Kampfes zweier Vampir-Clans. Sie verliebt sich unsterblich in einen Vampir. Auch Julius liebt sie aus ganzem Herzen, doch er ist selbst auf der Suche nach dem magischen Messer.
Mein Eindruck:
Auch wenn die Handlung dieses Romans sehr trivial klingt, hat es Rebekka Pax geschafft, eine unglaublich spannendes Geschichtennetz um die schöne Amber und ihren, nicht weniger attraktiven, Vampir Julian zu spinnen. Die beiden kommen zusammen, lieben sich, sind aber durchaus konträre Charaktere. Hinzu kommt der sehr spannend geschilderte Konflikt der Vampirclans, wobei der Leser letztendlich völlig vergisst, dass es sich in diesem Fall um Blutsauger handelt. Die Machtkämpfe und Ränkespiele der Clans untereinander erinnern eher an so manch eine Highlandsaga. Auch er Ehrenkodex der Vampire klingt irgendwie nach dem schottischen Hochland.
Pax schildert die Geschehnisse einmal aus Ambers und dann wieder aus Julius Sichtweise, was die Handlung zusätzlich belebt und den Leser dazu verführt, immer weiter zu schmökern, bis er das Buch gar nicht mehr zur Seite legen kann. Der Schreibstil ist klar und stilsicher, einfach gut.
Fazit: Wenn man das Genre mag und sich auf die Geschichte einlässt, ist „Septemberblut“ ein wirklich fesselnder Roman.
Henning Mankell
Der Chinese
In einem kleinen schwedischen Dorf werden 18 Menschen brutal ermordet. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Richterin Brigitta Roslin muss zu ihrem Entsetzen erkennen, dass An-gehörige ihrer Familie zu den Opfern gehören. Sie führt auf eigene Faust Ermittlungen durch. Ihre Suche nach der Wahrheit führt sie bis nach China, wo sie ein dunkles Familiengeheimnis enthüllt.
Mein Eindruck:
Wieder einmal ist Henning Mankell ein Meisterwerk gelungen. Aber „Der Chinese“ ist nicht nur ein packender Krimi, der Roman erzählt mit viel Hintergrundwissen Einzelheiten über die Strukturen des Chinesischen Staates und die Machtkämpfe, die hinter den Kulissen statt-finden. Das ist um so interessanter, da ja wenig davon in die Öffentlichkeit dringt.
Trotzdem steht die mörderische Handlung im Vordergrund.*****
Markus Götting
Nachts im Sägewerk
Markus hat ein dunkles Geheimnis, das er mit millionen Männern teilt: Er schnarcht. Allerdings nicht nur manchmal und dezent, sondern immer und laut, was dazu führt, ess es noch keine Frau eine ganze Nacht mit ihm ausgehalten hat. Als überzeugter Single war das bis dato ganz in Ordnung für ihn, aber jetzt hat er sich in seine schöne Nachbarin verliebt. Mit ihr möchte er Tag und Nacht zusammen sein. Doch sein Schnarchen erscheint ihm als der Beziehungskiller schlechthin und so hält er sich nachts wach und schläft am Tag im Büro. Natürlich geht das nicht gut und seine Angebetete kommt schnell hinter sein Geheimnis. Markus macht sich auf eine Odyssee durch Apotheken, Arztpraxen und Schlaflabors. Was kann einem Terrorschnarcher wirklich helfen? Kann Markus seine Beziehung retten? Das müsst ihr schon selbst herausfinden…
Mein Eindruck:
„Nachts im Sägewerk ist ein nettes Büchlein für verregnete Herbsttage, nicht mehr und nicht weniger.
Zugegeben,
der Autor scheint selbst betroffen, denn er hat die Behandlungsmöglichkeiten eines
Schnarchers gut recherchiert. Doch ansonsten bleibt die Handlung dünn, die
Protagonisten eher blässlich und der Witz des Grundgedankens verbraucht sich
ziemlich schnell. Dem Leser kommt unwillkürlich der Gedanke, dass hier ein
Thema in die Länge gezogen wird, das mit etwas gutem Willen schnell aus der Welt
ist. Auch die Angst des Protagonisten vor der Entdeckung seines lautstarken
Geheimnisses wird mit der Zeit einfach albern. Es kommt der Verdacht auf, der Autor hätte den Roman eben mal nebenbei in den Büropausen geschrieben.
Göttings
Stil ist einfach und in diesem Fall ist das ein Segen, denn so lässt sich der
Roman schnell nebenbei weglesen, er ist ja mit ca. 200 Seiten nicht
umfangreich. Auch der Wortwitz lässt zu wünschen übrig.
Sorry,
aber das Thema hätte witziger, kurzweiliger und origineller abgehandelt werden
können. Schade auch.
Rebecca Gablè
Das Spiel der Könige
England 1455: Der Bruderkrieg zwischen den Häusern Lancester und York um den englischen Thron machen dem 18jährigen Julian unverhofft zum Earl of Waringham. Er ist ein überzeugter Lancastrianer und unterstützt König Henry VI, obwohl dieser König ein geisteskranker Schwächling ist. Als Edward IV , der erste König des Hauses York die Krone erringt, brechen für Julian und seine Familie schwere Zeiten an. Als Verräter gebrandmarkt und enteignet versucht er, die Erben König Henrys in Sicherheit zu bringen.
Mein Eindruck:
Dieser
Roman ist unglaublich vielschichtig, denn er erzählt eine spannende Familiengeschichte
und vermittelt Weltgeschichte auf leichte Weise. Der Protagonist wird, wider
Willen, in die Rosenkriege hineingezogen und versucht eigentlich nur, einigermaßen
anständig über die Runden zu kommen. Doch das ist ihm nicht gegönnt, denn er
wird immer wieder in politische Intrigen verwickelt. Gablé versteht es wie
keine andere, Spannung aufzubauen und auf auf über tausend Seiten zu halten.
Einmal eingetaucht in diese Welt kann der Leser nur schwer loslassen und wird
auf magisch Weise von Geschehnis zu Geschehnis getragen, ohne dass es ihm
irgendwann zu viel wird.
Sicherlich muss man historische Romane mögen, aber für alle Freunde dieses
Genres ist der Roman „Das Spiel der Könige“ ein muss.
Christopher Moore
fool
Der schwarze Narr
Pocket hat wirklich kein Glück im Leben. Er wurde als Baby an der Pforte eines Nonnen-klosters ausgesetzt. Dort hätte er, aufgrund seiner Kleinwüchsigkeit, für immer bleiben können, doch die Klostereigene Eremitin macht ihm einen Strich durch die Rechnung. So schön wie sexbesessen verführt sie ihn zur Unzucht. Zu allem Überfluss lassen sich die Beiden beim Sex durchs (man beachte) kreuzförmigen Klausenfenster vom Bischof erwischen…
Nun ist Pocket der Hofnarr des Königs von Britannien und das ist sowieso keine leichter Job. Aber in diesem Fall handelt es sich um König Lear und da ist die Katastrophe vor-programmiert. Lear ist zwar alt, aber nicht weise. Er möchte in den wohlverdienten Ruhestand gehen und testet seine drei Töchter: Jede soll ihm sagen, wie sehr sie ihn liebt. Die beiden Älteren, mit allen Wassern gewaschen, umschmeicheln den alten König auch prompt aufs Gemeinste. Nur die Jüngste, Cordelia sagt die Wahrheit, denn sie liebt ihren Vater ehrlich. Natürlich wird sie enterbt.
Pocket, der schon immer eine Schwäche für das jüngste Töchterlein hatte, versucht, zusammen mit seinem geistig minderbemittelten Lehrling Drool und dem verstoßenen Grafen von Kent, die unhaltbare Situation zu bereinigen.
Mein Eindruck:
Deftig, dieses Wort fällt mir zuerst ein. In diesem Roman wird geklotzt, nicht gekleckert. Der Protagonist und seine Mitstreiter werfen mit Unflätigkeiten nur so um sich. In unzähligen Fußnoten wird herumgeferkelt (Beispiel:Wichser – Einer, der wichst, ein Mastubateur…und das auf der ersten Seite) und der Autor scheint sich hier auf Heftigste auszutoben. Oder will er nur seine pubertären Wunschträume los werden?
Wie dem auch sei; ich bin nicht besonders prüde und wenn man den rüden Ton als eine zu-weilen recht amüsante Zutat ansieht, so ist der Roman doch eine vergnügliche, leichte Kost. Pocket und sein ziemlich dösiger Lehrling wirbeln ganz Britannien durcheinander und können die völlig zerrüttete Königsfamilie nicht zusammenbringen, obwohl sie alle Register ziehen und nicht davor zurückschrecken, drei ziemlich schräge Hexen zu konsultieren.
Natürlich besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit dem großen Werk des genialen Shakespeares und es ist ein Vorteil, das Stück zu kennen, denn dann amüsiert dieser Roman um so mehr – doch „fool“ ist kein Buch für ernsthafte Beamtenseelen, denn an den Ausdruck „Bumfideln“kann ich mich beim Original nicht erinnern…
Dieser Stoff schreit gerade zu danach, von einer so genial – durchgeknallten Truppe wie „Monty Python“ interpretiert zu werden!
Jürgen von der Lippe & Monika Cleves
Verkehrte Welt
Witzige Geschichten gibt es eine ganz Menge, doch nicht immer ist die Pointe so über-raschend wie in „Verkehrte Welt“. Da entpuppt sich die brutale Story als ein Kinofilm, Homer hat einen kleinlichen Ehekrach, ein Model aus Bergisch Gladbach gibt ein ehrliches Interview. Irrwitzige Storys ohne Netz, aber mit reichlich doppeltem Boden.
Mein Eindruck:
Dieses Buch beinhaltet 52 Geschichten, die teilweise wirklich witzig sind und vor schwarzem Humor nur so triefen.
Doch, so wie der gute alte Jürgen sind sie zuweilen recht behäbig, besserwisserisch und ver-zetteln sich in bemühtem Wortwitz. Da hat Robert eine Erythrophobie, die weiter als fort-währende Präokkupation mit der negativen akzentuierten Andersartigkeit des Ichs be-schrieben wird. Bei Rentner Willi werden die efferenten Nervenimpulse zum Musculus detrusor enthemmt…Wat gezz? A-ja, Robert wird bei Aufregung rot und Willi macht Pipi in die Unterhose. Das muss der geneigte Leser einfach durch.
Als Ausgleich gibt es dem Pinguin Ado, der aus Liebesfrust die Weltherrschaft anstrebt und den Boxer Mike“Schnecke“Schönbohm mit Trainer Olli Würgener, der einmal im Leben den großen Punch landet.
Der einarmige Ritter Gehdochweg beginnt einen Zweikampf mit dem einbeinigen Wege-lagerer Dumichauch. Da kann selbst eine gute Fee nicht mehr helfen.
Diese und andere wirklich vergnügliche Geschichten, in denen es vor Lach- und Grins Momenten wimmelt entschädigen für den zuweilen erhobenen Zeigefinger. ****
Bernd Steinhardt
Impact
Die Macht der Gedanken
Schnee
im April, das ist ungewöhnlich für Neuseeland. Doch nicht nur das, denn das
Wetter verschlechtert sich immer mehr und bald versinken die Städte im Schnee,
Stromleitungen werden zerstört, die Wasserstraßen frieren zu. Die Menschen
werden von einer mysteriösen Krankheit befallen. Sie leiden unter
Migräneanfällen, die bis zu Wahrnehmungsstörungen führen und schließlich mit
dem Tod enden. Die Welt steht am Rand einer Katastrophe.
Da wird ein Wissenschaftler tot aufgefunden, während sein Mitarbeiter an der
„Krankheit“ stirbt. Cole und Akao haben zusammen mit einem Team von
Wissenschaftlern an einem geheimen Projekt zur Erforschung des menschlichen
Bewusstseins gearbeitet.
Der Wetterexperte und TV Reporter Jon Foster wittert, zusammen mit seiner
Kollegin Kate Ryan, die Story seines Lebens. Bald geraten die Beiden in einen
Strudel unglaublicher Ereignisse und müssen um das nackte Überleben kämpfen.
Mein Eindruck:
Impact ist ein Thriller der Spitzenklasse, der süchtig macht. Einmal in den Strudel der Ereignisse eingetaucht ist es schier unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Der Spagat zwischen Wissenschaft und Fiction gelingt Bernd Steinhardt mühelos, er erklärt Zusammenhänge, ohne den Leser überzustrapazieren. Die Geschehnisse sind logisch und fast könnte man glauben, was hier geschildert wird. Im Anhang gibt es detaillierte Verweise auf entsprechende, tatsächlich ausgeführte Experimente mit der Möglichkeit, sich weiteres Hintergrundwissen anzueignen.
Hinzu kommt, dass Steinhardt die Spannung über
mehr als 500 Seiten aufrecht erhält, ohne zu viel zu verraten. Der Leser ist
gefangen in der Story und rätselt fast bis zum furiosen Schluss des Buches, ob
es sich um eine außerirdische Invasion, eine Organisation a la Spector, oder um
geheime Experimente des Militärs handelt. Auch das macht den Roman zusätzlich
spannend.
Impact ist ein Wissenschaftsthriller der Extraklasse, in der bewährten Manie
des Autorenduos Preston/Child.
Allerdings gelingt es Steinhardt mit diesem Buch, dem Leser eine Gänsehaut zu
machen, denn er fragt sich unwillkürlich, ob die geschilderten Experimente
nicht schon längst real sind.
Anna Gavalda
Alles Glück kommt nie
Anouk ist tot
Charles,
erfolgreicher Architekt und Mittvierziger ist auf unbestimmte Weise mit seinem
Leben unzufrieden. Die Haare werden lichter, seine Familie ödet ihn an, seine
Lebensgefährtin betrügt ihn, sein Job befriedigt ihn nicht mehr. Einzig die
Stieftochter Mathilde ist ein Lichtblick.
In dieser Situation bekommt er eine kurze Nachricht: Anouk ist tot.
Diese drei Worte werfen ihn völlig aus der Bahn, denn Anouk war (und ist) seine
große Liebe. Er macht sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit und findet
sich wieder.
Mein Eindruck:
Obwohl
ich ein großer Gavalda Fan bin, hat mich ihr neuester Roman ein kleines Bisschen
enttäuscht, denn sie kann hier nicht an ihren großen Erfolg „Zusammen ist man
weniger allein“ anknüpfen. Zu sehr verzettelt sie sich in Einzelheiten,
beschreibt die Tätigkeit des Protagonisten sehr ausführlich, ist mir ein wenig
zu detailverliebt.
Im Gegenzug kommt der Leser erst sehr spät dahinter, was es mit der geliebten
Anouk auf sich hat.
Doch hat er die ersten 200 Seiten überstanden, so ist er von dieser
außergewöhnlichen Liebesgeschichte fasziniert. Die Figuren bekommen plötzlich
Konturen, werden mit Leben erfüllt, sind liebens- oder hassenswert.
Auch die Dialoge werden satter, lassen schmunzeln oder nachdenklich werden. Charles,
der zunächst als ein farbloser alter Mann daherkommt, wird zu einem
sympathischen Typen, der sich selbst sucht und findet.
Das alles macht diesen Roman lesenswert, allerdings ist er eher für Leute mit
„Durchhaltevermögen“ geeignet …
Jo Nesbo
Headhunter
Kopfgeldjäger
Roger
Brown hat alles. Als top Headhunter gilt sein Wort in allen Chefetagen. Diana,
seine bildschöne Frau liebt ihn aus ganzem Herzen, sein Leben könnte perfekt
sein.
Jedoch die bürgerliche Fassade trügt: Diana wünscht sich mehr als alles auf der
Welt ein Kind, Roger drängt sie dazu, eine Abtreibung vorzunehmen. Als
„Wiedergutmachung“ kauft er ihr eine Galerie, doch das Objekt entpuppt sich als
ein völliger Flop und Roger versucht sich erfolgreich als Kunstdieb, um die
Finanzen aufzubessern. Als er auf den sowohl erfolgreichen, als auch
skrupellosen Clas Greve trifft, gerät sein Leben völlig aus den Fugen. Eine
grandiose Verfolgungsjagd beginnt.
Mein Eindruck:
Jo
Nesbo ist ein Garant für spannende Unterhaltung und beweist dieses einmal mehr.
Sein neuester Thriller ist wieder einmal Unterhaltung vom Feinsten. Packend
erzählt Nesbo die Geschichte eines skrupellosen Mannes, der selbst zum Gejagten
wird und zurückschlägt. Mit feinen Nuancierungen steigert sich die Story bis zu
ihrem sowohl spannenden, als auch unvorhersehbaren Schluss.
Dieses Buch packt den Leser, lässt ihn mit dem charmanten Protagonisten die
unglaublichsten Abenteuer erleben und das Buch geradezu verschlingen, denn
jedes Kapitel bringt eine spannende Wende.
Kein Wunder, dass dieser Roman gleich nach dem Erscheinen die Bestsellerlisten
gestürmt hat.
Jilliane Hoffman
Mädchenfänger
Lainey kann es kaum fassen, Zach, ihr gut aussehender
Schwarm will sich mit ihr treffen. Zwar kennt sie ihn nur aus dem Chatroom,
doch sie hat ja sein Foto bekommen. Dass sie erst 13 ist, verschweigt sie ihm
wohlweislich. Als sie von der Schule nicht nach Hause kommt, nimmt die Polizei
zunächst an, sie wäre weggelaufen, denn ihr Elternhaus ist mehr als schlimm.
Routinemäßig übernimmt FBI Agent Robert Dees den Fall und erkennt bald, dass
Lainey von einem psychopathischen Serienmörder entführt wurde. Hinzu kommt,
dass Dees Tochter vor fast einem Jahr ebenfalls verschwunden ist.
Mein Eindruck:
Dieser Thriller hat Bestsellerqualitäten! Einmal mit dem
Lesen begonnen, ist es schier unmöglich, den Roman aus der Hand zu legen. Jilliane
Hoffman gelingt es, die fesselnde Story mit Fakten zu ergänzen, die den Leser
verstören. Hier ist von „Wegwerfkindern“ die rede, die Tag für Tag verschwinden,
ohne dass es irgendjemanden kümmert. Auch die Gefahr, die der unbekümmerte Umgang
mit dem Internet birgt, wird sehr gut herausgearbeitet.
Trotzdem ist dieser Roman an keiner Stelle belehrend, oder gar langweilig. In
kurzen Kapiteln baut die Autorin eine unglaubliche Spannung auf, die sich bis
zum Ende steigert und so den Leser nicht los lässt.
Auch das Cover gefällt und der Steckbrief es vermissten Mädchens auf der
Rückseite des Buches rundet die ganze Sache ab.
Fazit: Ein Thriller der Extraklasse, sehr zu empfehlen.
Jeremy Robinson
Mission Hydra
In der peruanischen Wüste wird ein Felsen mit altgriechischen Buchstaben gefunden. Es stellt sich heraus, dass hier der Kopf der Hydra begraben liegt. Der Archäologe George Pierce ist sofort vor Ort und bittet seinen Freund Jack Sigler, genannt King, um Hilfe. Doch der kommt zu spät, denn ein größenwahnsinniger Multimillionär setzt alles daran, um in den Besitz des sagenhaften Artefakts zu kommen....
Mein Eindruck:
Whow - ein unglaublich spannender, aber auch brutaler Thriller, der in kurzen, knappen Kapiteln sofort zur Sache kommt. Tempo- und einfallsreich erzählt Jeremy Robinson eine spannende Geschichte, die sofort Bilder im Kopf entstehen lässt. Der Leser sieht den Film zum Buch geradezu vor sich und kann sich der atemberaubenden Spannung nicht entziehen, muss fast zwanghaft weiter lesen, denn jedes Kapitel verspricht noch mehr Action und Tempo.
Zugegeben, die Story ist nicht wirklich glaubwürdig: Die DNS der sagenhaften Hydra, die ewiges Leben verspricht. Herakles, ein Visionär und Gelehrter....Ein Delta-Team, das schier unbesiegbar ist. Doch das tut der Spannung keinen Abbruch, denn dieser Roman ist einfach gut gemacht. der Autor versteht sein Handwerk meisterlich.
Fazit: Leseunterhaltung vom Feinsten für die spannenden Momente im Leben....
Marina Lewycka
Das Leben kleben
Kann man eine zerrissene Beziehung wieder zusammenfügen?
Hält der Klebstoff auf Dauer? Das fragt sich Georgie aus gutem Grund, denn
einerseits hat sie einen Job bei einem Klebstoff Fachmagazin, andererseits ist
ihr Ehemann ganz plötzlich ausgezogen, die Beziehung scheint beendet.
Auch Ben, ihr pubertierender Sohn macht Probleme, denn er ist fest davon
überzeugt, dass das Ende der Welt nahet und stellt sich schon einmal auf das
Armageddon ein.
Nicht genug der Probleme, begegnet Georgie zufällig einer verschrobenen alten
Dame. Naomi Shapiro wohnt mit ihren 7 Katzen in einem halb verfallen Haus und
vereinnahmt Georgie bald völlig. Die alte Dame ist Jüdin und in den Wirren des
zweiten Weltkrieges in London gestrandet. So nach und nach erfährt Georgie mehr
und kommt hinter Naomis unglaubliches Geheimnis.
Mein Eindruck:
Zunächst einmal: Ich habe dieses Buch aufgeschlagen und bin kleben geblieben
bis ichs ausgelesen hatte. Zum einen sind die Protagonisten, allen voran
Mrs.Shapiro, so lebensnah und authentisch geschildert, dass der Leser sofort
Bilder von ihnen im Kopf hat. Zum anderen hat dieses Buch Tiefgang, denn
letztendlich geht es um das Miteinander und die Menschlichkeit. Das miteinander
der Generationen, aber auch um die Geschehnisse, die durch den schrecklichen
Holocaust in Gang gesetzt wurden, also das Miteinander von Juden und Arabern.
Doch ist das Werk niemals belehrend, oder gar langweilig! Selbst die ernsten
Situationen werden uns mit einem Augenzwinkern näher gebracht.
Sehr gelungen finde ich, dass Naomi Shapieros Geheimnis erst nach und nach
enthüllt wird und der Leser so bis zum Ende des Romans neugierig bleibt. Immer wieder nimmt die Autorin Bezug auf die verschiedensten Klebstoffe und auch das ist gekonnt eingestreut.
Sprachlich befindet sich Frau Lewycka auf einem hohen Niveau. Sie kann
Situationen durchaus handfest schildern, doch gibt es genug Bezüge auf die ganz
große Literatur.
Irgendwie wird zum Schluss dann alles gut und das ist nicht an den Haaren herbei gezogen und konstruiert, sondern gut und folgerichtig.
Fazit: Ein rundum gelungenes Werk!
Am 15.April erschienen
Tania Carver
Entrissen
Colchester bei Essax, eine eher beschaulicher Ort. Bis
ein Serienkiller zuschlägt und auf brutalste Weise zwei schwangere Frauen ermordet.
Er schneidet ihnen die Kinder aus dem Leib und verschwindet wie ein Phantom.
Inspector Brannan und sein Team stehen vor einem Rätsel, denn der unheimliche
Killer ist nicht zu fassen.
Erneut wird eine schwanger Frau getötet. Ihr Baby ist spurlos verschwunden und
für die Polizei beginnt ein verzweifelter Wettlauf mit der Zeit, denn das Kind
könnte noch am Leben sein.
Erst die Psychologin Marina stößt auf eine heiße Spur, doch sie könnte das
nächste Opfer werden, denn auch sie ist schwanger.
Mein Eindruck:
Dieser Thriller ist ein Knaller und ich kann mich nicht
daran erinnern, je einen Roman so verschlungen zu haben.
Alles stimmt: In kurzen Kapiteln wechselt die Autorin rasant den Ort des
Geschehens und hält gleich von Anfang an eine unglaubliche Spannung aufrecht,
ohne zu viel zu verraten. Erst nach und nach werden dem Leser die
unglaublichen, aber logischen Zusammenhänge klar. Die Lösung ist nicht abzusehen und der Roman bleibt bis zur letzten Zeile spannend.
Die Polizeiarbeit wird klar
und überschaubar beschrieben, ohne dass sich die Geschichte in langatmigen
persönlichen Problemen der Protagonisten verzettelt.
Der Schreibstil ist sachlich, prägnant und trotzdem kann der Leser sich jede
Szene bildhaft vorstellen.
Fazit: Ein fesselnder Thriller, der geradezu nach einer Verfilmung schreit!!!
Ab dem 12. März im Handel
Veit M. Etzold
Das grosse Tier
Berlin zum Jahreswechsel: Steward Hill, Chef eines
Großkonzerns wird auf mysteriöse Weise ermordet. Seine Begleiterin vergiftet
ihn durch einen Kuss….
Sofort stürzen die Aktienkurs ins Bodenlose, jemand gewinnt Unsummen am Tod.
Bald darauf werden zwei seiner engsten Mitarbeiter aufs grausamste ermordet.
Die Szene ist einer mittelalterlichen Skulptur nachempfunden.
Sarah, Hauptkommissarin des LKA, bittet ihren Freund um Hilfe, denn Vincent ist
Doktorand der Kunstgeschichte. Er findet
wirklich heraus, um welche Skulptur es sich handelt. Bald kommen Sarah und
Vincent der Verschwörung einer weltweit operierenden, skrupellosen Gruppe auf
die Schliche. „Kronos“, das große Tier rekrutiert ihre Mitglieder, indem sie
mörderische Einführungsrituale veranstaltet….
Mein Eindruck:
Ein zunächst verwirrendes Buch, in dem der Leser vom „Insiderwissen“ um den Aktienmarkt nur so erschlagen wird. In dem der Schauplatz des Geschehens rasant wechselt und so für Verwirrung sorgt. Hat man sich allerdings erst einmal an das Tempo und die ungewöhnliche Einführungen in den Aktienmarkt gewöhnt, ist „Das große Tier“ ein spannender Thriller, der kaum Zeit zum Luftholen lässt. Der Autor entwickelt ein spannendes Szenario um einen skrupellosen Geheimbund und lässt das Buch auf furiose Weise enden.
Ein spannender Thriller um Macht und Geld, dessen Thematik dem Leser stellenweise bekannt vor kommt. Denn Geheimbünde, mittelalterliche Skulpturen und römisch-katholische Verwicklungen haben wir doch im Zusammenhang mit einem ermittelnden Professor der Kunstgeschichte letztens noch im Kino gesehen…
Trotzdem unbedingt lesenswert!!!
Jo Nesbo
Leopard
erscheint am 26. Januar
Expolizist Harry Hole ist am Ende. Er lebt mehr schlecht als recht in Honkong, wird von der dortigen Maffia gejagt, da er Wettschulden hat. In dieser Situation erscheint eine junge Frau, Kaja, bei ihm. Sie ist Kommissarin bei der norwegischen Polizei und bittet um Hilfe. Oslo wir von einer Mordserie erschüttert: Ein Serienkiller bringt auf bestialische Art junge Frauen um – die Polizei ist hilflos. Harry erklärt sich bereit wieder in den Polizeidienst einzutreten und den Killer zur Strecke zu bringen. Der erweist sich als unberechenbar und ist Harry immer einen Schritt voraus. Die Spuren führen bis in den Kongo. In einer einsamen Hütte im norwegischen Hochgebirge kommt es schließlich zu einer dramatischen Begegnung…nichts ist wie es scheint!
Mein Eindruck:
Jo Nesbo ist nicht umsonst einer der erfolgreichsten
Krimiautoren Norwegens! Er versteht sein Handwerk, schreibt intelligente, gut
konstruierte Krimis.
Der neue Roman hat wirklich alles, was einen guten Thriller ausmacht. Spannend
und temporeich geht es von Anfang an zur Sache. Obwohl die Morde zum Teil unglaublich
brutal vor sich gehen, so gleitet der Roman doch nie ins Triviale ab, sonder behält
in jeder Szene sein Niveau. Die Story ist logisch aufgebaut, ohne dass zu viel
verraten wird und der Leser schon gleich weiß, wer der Mörder ist. Die Dialoge
sind richtig gut, witzig und intelligent.
Auch nachdenkliche Momente fehlen nicht, denn Harry Holes Vater ist unheilbar
krank und es ist abzusehen, dass er sterben wird. Zudem bieten die internen Machtkämpfe
der Polizei einen weiternen Aspekt. Auch hier geht es zur Sache und jeder bespitzelt
jeden, auf die eine oder andere Weise.
Fazit: Ein unglaublich toller Roman, der den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile in seinen Bann schlägt.
Sebastian Barry
Ein verborgenes Leben
Irland ist 1922 mitten im Brüderkrieg. Einige „Freiheitskämpfer“
der IRA bringen ihren toten Kameraden auf
den Friedhof von Sligo und bitten um ein Begräbnis. Der Friedhofswärter schickt
seine schöne Tochter Roseanne nach dem Priester. Der kommt auch – und wenig
später die Polizei…
Das Schicksal nimmt seinen Lauf und in dieser Nacht wird die Existenz einer Familie
zerstört, denn sie gerät zwischen alle Fronten.
Jahre später: Roseanne, Insassin einer psychiatrischen Klinik, ist fast hundert
Jahre alt und zeichnet ihre Geschichte auf. Gleichzeitig versucht ihr Arzt, Dr.
Grene, hinter die Geheimnisse ihres Lebens zu kommen und macht eine
verblüffende Entdeckung…
Mein Eindruck:
Dieses Buch ist verstörend, aber gleichzeitig wunderschön
und poetisch – wenn man sich darauf einlässt.
Roseannes Geschichte rührt zu Tränen, denn sie hatte nie den Hauch einer Chance.
Trotzdem behält sie ihren Lebenswillen und versucht auf ihre Art mit dem Leben
klar zu kommen.
In wortgewaltigen Bildern erzählt Sebastian Barry Roseannes Geschichte, die
untrennbar mit der Historie Irlands verbunden ist.
Eines der Bücher, die ich immer wieder lesen werde und das zu Recht
preisgekrönt ist!!
Toni Jordan
Tausend kleine Schritte
Grace Lisa Vandenburg zählt – alles! Die Schritte bis zu ihrem Lieblingscafe(920), die Streusel auf ihrem Orangenkuchen (12-92), die Buchstaben ihres Namens(19). Sie kauft im Supermarkt immer 10 Artikel einer Sorte: 10 Eier (ups, 12 sind im Pack, also muss sie 2 verschwinden lassen), 10 Kartoffeln, 10 Flaschen Shampoo und 10 Bananen. Als sie eines Tages an der Supermarktkasse bemerkt, dass sie versehentlich 9 Bananen im Einkaufswagen hat, gerät sie in Panik. Doch frau weiß sich zu helfen: Sie klaut ihrem Hintermann einfach eine Banane und gerät so an Seamus Joseph O’Reilly. Nicht nur, dass Samus Name genau so viele Buchstaben hat wie der von Grace und er über unglaublich sexy Lachfalten verfügt (rechts 12, links 14) – er schafft es auch, sie völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Denn er verliebt sich in sie und versucht, hinter das Geheimnis ihres Lebens zu kommen.
Mein Eindruck:
Ach wäre dieser Stoff doch mir eingefallen! Dieses Buch
ist originell, amüsant, zauberhaft und völlig skurril. Trotz aller Skurrilität
verliebt man sich sofort in die völlig durchgeknallte Grace und ihren makaberen
Humor, auch ihren neuen Freund muss man einfach gern haben. Schritt für Schritt
wird der Leser (zusammen mit Seamus) dazu gebracht, Verständnis für Graces Kontrollsucht
zu entwickeln, denn sie hat etwas Schreckliches erlebt.
Der Roman ist nicht eine Sekunde lang langweilig, ich habe ihn angefangen und
konnte ihn erst wieder aus der Hand legen, als ich die ganze Geschichte kannte –
und das war weit nach Mitternacht….
Nicht zu fassen, dass dieses Werk Toni Jordans Debütroman ist und ich freue
mich auf weitere tolle Bücher von ihr!
Margit Kruse
Das Glück wartet zwischen den Toten
Camilla, Arbeiterin in einer Dosenfabrik und mit knapp 40
noch immer unverheiratet, Doch träumt davon, in den Hafen der Ehe einzulaufen
und als „Nur“-Hausfrau ihren Traummann betuddeln zu können.
Eines Tages sieht sie im Fernsehen eine Talk-Show. Dort erzählt eine Frau, wie
sie ihren Prinzen auf dem Friedhof kennen und lieben gelernt hat.
Camilla fällt es wie Schuppen von den Augen: Friedhof – das ist es doch!
Hinfort studiert sie aufmerksam die Todesanzeigen, um an „sich lohnenden“
Beerdigungen teilzunehmen und den trauernden Witwer gleich zu trösten. Sie
lernt Männer jeder Altersstufe und aus jeder sozialen Schicht kennen.
Nach und nach wird aus dem unattraktiven, schüchternen Mauerblümchen eine
selbstbewusste Frau, die es sogar fertig bringt, so manchen Mann um den Finger
zu wickeln.
Ob und mit wem Camilla zum Schluss glücklich wird….
Das müsst ihr schon selbst herausfinden!
Mein Eindruck:
Wieder ist es Margit Kruse gelungen, einen witzigen und
hintergründigen Roman zu schreiben. Leicht und doch mit dem nötigen Respekt
wird hier mit einem heiklen Thema umgegangen. Doch auch der Tod gehört zum
Leben und es ist urkomisch, wie Camilla sich auf diverse Beerdigungen
schleicht, um den Witwer abzuchecken und so an ihren Traumprinzen zu gelangen. Immer
tatkräftig unterstützt von Martha, einer ältlichen Freundin der Familie.
Wer hintergründigen, etwas skurrilen Humor zu schätzen weiß, wird seinen Spaß
an diesem Werk haben. Ich jedenfalls habe öfter lauthals gelacht und kann für
mich feststellen:
Mir hat lange kein Buch einen derartigen Spaß bereitet!!!!
Margit Kruse
Im Schatten des Turmes
Margit wächst in den 60er und 70er Jahren in einer Arbeiterfamilie auf. Wohlbehütet von ihrem oft übervorsichtigen Vater und der fürsorglichen Mutter muss sie sich ihren Platz in der Welt erkämpfen, obwohl sie selbst oft gar nicht weiß, was sie will. Kleine Freuden sind die Tanzabende im Jugendheim, die heimlich gerauchte Zigarette, der heimlich (und in Maßen) konsumierte Alkohol. Margit versucht das Leben mit guter Laune zu meistern, ihren Eltern allerdings bereitet sie einiges Kopfzerbrechen.
Mein Eindruck:
Ja, ich gebe es gerne zu: Ich bin voreingenommen. Das Buch spielt in Gelsenkirchen und ich habe (genau wie die Autorin) eine Büroausbildung bei einem Autohändler absolviert. Beim Lesen einiger Buchpassagen dachte ich: „Genau, so war das damals.“ Sei es die heimliche Zigarette auf dem Klo (wo auch die Paletten mit Eiern gelagert wurden), man war ja noch Lehrling und durfte nicht öffentlich rauchen. Oder der ständige Kampf mit den Eltern um Taschengeld und Ausgehzeiten.
Trotzdem ist „Im Schatten des Turmes“ das Lesevergnügen pur, nicht nur für Insider. Mit viel Humor und einem Gutteil Selbstkritik erzählt Margit Kruse über das Leben zwischen Taubenschlag, Maloche, grauem Alltag und dem ersten Urlaub im ach so schönen Spessart.
Chufo Lloréns
Das Vermächtnis des Marti Barbany
Barcelona im 11.Jahrhundert. Marti Barbany hat als junger Mann die bescheidenen Ländereien seiner Familie verlassen und tritt in Barcelona das Vermächtnis seines Vaters an.
Von dem beträchtlichen Vermögen baut er sich ein Geschäft auf und strebt es an, ein vollwertiger Bürger der Stadt zu werden. Bald begegnet ihm eine junge Frau: Laia. Marti verliebt sich auf der Stelle in sie und hält um ihre Hand an. Ihr Stiefvater verfolgt seine eigenen Absichten. Bernat Montcusi, selbst verrückt nach der jungen Frau, tut alles, um Marti zu schaden und von seinem Mündel fern zu halten...
Mein Eindruck:
Das Buch hat wirklich alles, was einen Bestseller ausmacht: große Tragödien, listige Machtspiele, verwickelte Liebschaften, Intrigen und eine Grafenfamilie, die auch nicht von schlechten Eltern ist.
Spannend und mitreißend erzählt Chufo Lloréns die Geschichte eines ambitionierten jungen Mannes, einer großen, tragischen Liebe und eines verruchten Schurken vor dem Bild der faszinierenden Stadt. Er entwirft ein großartiges, historisch genaues Bild von Barcelona. Wer den Roman "Die Kathedrale des Meeres" gelesen und geliebt hat, wird von diesem Buch hingerissen sein.
Hinzu kommt, dass der Einband einem alten Buch nachempfunden ist und der Schnitt nicht glatt ist, sondern an Pergament erinnert. Ein großartiger Lesespass für alle Sinne!!!
Jussi Adler-Olsen:
Erbarmen
Es sei denn, du weißt eine Antwort: Warum halten wir dich fest?"- Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.
Wer sind die Täter? Was wollen sie von dieser Frau? Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?
Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, kämpft mit diesem Fall einen doppelten Kampf: Den Kampf um das Leben einer jungen Frau. Und den Kampf um die Rückkehr in sein eigenes früheres Leben. Denn dieses Leben ist nahezu ausgelöscht worden an dem Tag, an dem Carl und seine Kollegen bei einem Einsatz schwer verletzt worden waren. Doch sein syrischer Assistent Hafez el-Assad überrascht Carl nicht nur durch unkonventionelle Ermittlungsmethoden, sondern schafft es auch, Carl in die Realität zurückzuholen - in diesem atemlosen Wettlauf um das Leben einer Frau, die längst als tot gilt.
Mein Eindruck:
Ein wirklich spannender, gut gemachter Triller!
Merete, eine Parlamentsabgeordnete wird über Jahre eingekerkert und gefoltert, sie weiß nicht wieso, kann sich keinen Reim machen....
Dem Autoren gelingt es mühelos, die Brücke von der Gefangenen zu den
Ermittlungen der Polizei zu schlagen und alles völlig plausibel klingen
zu lassen. Der Schreibstil gefällt mir - klar und knapp wird hier eine
unglaubliche Geschichte erzählt, die mit einem unvorhersehbaren Ende aufhört.....
Ein Buch, das man verschlingen kann....
Ralf Isau:
Messias
Am Gründonnerstag steigt er vom Kreuz einer Dorfkirche in Irland: ein verwirrter junger Mann, der nur in Bibelzitaten spricht. Aber kann er wirklich der Messias sein? Die vatikanische Kongregation betraut Bruder Hester McAteer damit, dem Wunder nachzugehen. In der alten Heimat trifft Hester auf seine große Liebe, die er einst für die Kirche verlassen hatte, auf Misstrauen, Angst und Intrigen. Bald zweifelt McAteer nicht nur an seinen Vertrauten, sondern auch am eigenen Glauben. Handelt es sich um eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes oder wird er das spektakulärste Geheimnis unserer Geschichte aufdecken?
Mein Eindruck:
Was wäre wenn Jesus zurück käme....na das ist doch ganz klar und wird vom zuständigen Bischof so ausgedrückt: "Er soll bewacht werden. Verunglimpfung religiöser Symbole ist strafbar", denn Jesus ist ja vom Kreuz gefallen....
Ralf Isau hat hier einen tollen Thriller geschrieben. Spannend und sehr fesselnd wird Fiktion (fast) zur Wirklichkeit. Der Leser ist von der ersten Zeile an fasziniert. Hinzu kommt, dass der Roman mit einem Hauch Zynismus und ganz viel Humor gewürzt ist.
Sehr zu empfehlen: Eine gelungene Mischung, die sicher ein voller Erfolg wird....
Ferdinand von Schirach:
Verbrechen
Ein angesehener, freundlicher Herr, Doktor der Medizin, erschlägt nach vierzig Ehejahren seine Frau mit einer Axt. Er zerlegt sie förmlich, bevor er schließlich die Polizei informiert. Sein Geständnis ist ebenso außergewöhnlich wie seine Strafe. Ein Mann raubt eine Bank aus, und so unglaublich das klingt: er hat seine Gründe. Gegen jede Wahrscheinlichkeit wird er von der deutschen Justiz an Leib und Seele gerettet. Eine junge Frau tötet ihren Bruder. Aus Liebe. Lauter unglaubliche Geschichten, doch sie sind wahr.
Mein Eindruck:
Ein Mann läßt sich sein ganzes Eheleben hindurch von seiner Frau tyranisierten, plötzlich erträgt er es nicht mehr und erschlägt sie mit einer Axt. Anschließend ruft er die Polizei.
Diese und andere, zudem noch wahre, Geschichten erzählt Ferdinand von Schierach sachlich und völlig emotionsfrei. Genau diese Art des Erzählens macht die Geschichten spannend und man bekommt beim Lesen eine Gänsehaut.
Super, das ist Spannung pur - wie das Leben sie schrieb!!
Carsten S. Henn:
Blut & Barolo
Nun wird er von seiner stolzen Sippe verstoßen. Zum Glück helfen ihm die beiden liebenswerten Schnüffler Niccolò und Giacomo, den Tätern auf die Schliche zu kommen. Giacomo gibt sich auf seine alten Tage zwar gerne einmal dem Barolo hin, aber auf seine hervorragende Nase ist noch immer Verlass: Im Schlosspark von Stupinigi nimmt er die Witterung des legendären Grabtuchs auf. Doch wer steckt hinter dem Raub? Für die cleveren Vierbeiner beginnt eine wilde Jagd.
Mein Eindruck:
Na das passt ja: Der Trüffelhund Giacomo liebt guten Wein und gutes Essen. Ihm zur Seite stehen die zwei 'Jungspunde' Niccolo und Canini. Mit von der Partie ist der Pharaonenhund Amadeus. Natürlich gibt es auch Menschen, aber die spielen nicht wirklich eine Rolle...
Was zunächst etwas befremdlich und gewöhnungsbedürftig klingt, wird bald zum einem spannenden Lesespass. Der Autor versteht es meisterlich und mit Hundeverstand Spannung zu erzeugen und die Jagd nach dem Sidone in eine vergnüglichen Tiergeschichte zu verwandeln. Wobei Giacomo eigentlich nicht versteht, warum alle Zweibeiner ein derartiges Theater um einen alten Fetzen Stoff machen, der nicht einmal gut schmeckt.
Sicher ist dieser Roman nicht jedermanns Sache, wer sich allerdings auf den Hundekrimi einlässt, erlebt ein ultimatives Lesevergnügen.
James Frey:
Strahlend schöner Morgen
In ihren Geschichten entfaltet sich ein Kosmos urbanen Lebens, ein Kaleidoskop aus grellen und dynamischen Bildern, aus Sehnsüchten und zerstörten Träumen. Dylan liebt Maddie und ist mit ihr unterwegs nach L.A., Stadt der Hoffnung so vieler Men-schen auf eine bessere Zukunft. Die Filmstars Amberton und Casey sind nur zur Tarnung miteinander verheiratet und ständig auf der Suche nach Sex und Bewunderung. Esperanza aus Mexiko verdient ihr Geld im Haushalt einer tyrannischen Lady und verliebt sich in deren Sohn. Der Obdachlose Old Man Joe entdeckt seine Mitmenschlichkeit, als er ein drogen-süchtiges Mädchen zusammengeschlagen hinter einer Mülltonne findet. Sie und viele andere Figuren, die im Vorübergehen den Weg des Lesers kreuzen, ergeben das fesselnde Bild einer sich ständig wandelnden Metropole, seit Generationen Verheißung und Moloch zugleich. In L.A., der eigentlichen Hauptfigur, spiegeln Fakten und Fiktion einander im Rhythmus von Geschichte und Gegenwart, von Illusion, Liebe und Gewalt. Ein außergewöhnlicher Roman über den unzerstörbaren American Dream.
Mein Eindruck:
Old Man Joe, Esperanza, TJ, Barry, Emeka...James Frey bietet hier ein Kaleidoskop, gefüllt mit Schicksalen und Lebenswegen, die sich sicher im Laufe des Romans kreuzen werden. Jede Geschichte für sich ist interessant und fesselnd, zusammen wird hier ein Bild von Los Angeles geboten, das vielschichtiger nicht sein kann. Hinzu kommt, dass die Geschichte der Stadt in kleinen Abschnitten zwischen den einzelnen Handlungssträngen aufgezeigt wird.
Der Schreibstil ist ansprechend und passt hervorragend zum Thema. In kurzen, prägnanten Sätzen wird eine Story erzählt, die den Leser so schnell nicht wieder loslässt.
François Lelord:
Hector & Hector
Petit Hector hatte schon als Junge Glück in seinem Leben. Sein Vater, der auch Hector hieß, war Psychiater und riskierte also nicht, arbeitslos zu werden. Auch Maman arbeitete viel, und sie kochte köstliche Gerichte wie Brathähnchen oder Schinken mit Kartoffelpüree. Von Zeit zu Zeit spielten Petit Hector und Hector sonntags Fußball. Und dennoch war Petit Hector nicht immer glücklich. Das Leben stellte so viele komplizierte Fragen an ihn: Die einen sagten, man dürfe niemals lügen, die Welt würde schrecklich, wenn alle es täten. Die anderen behaupteten, ein bisschen Schlechtes schade nicht, wenn man damit viel Gutes erreichte. Was ist richtig? Was ist falsch? Was ist das Beste im Leben? Und der große Hector, weiß auch er keinen Rat?
Mein Eindruck:
Ist das ein schönes Buch!
Leicht und Locker werden hier Lebensweisheiten vermittelt, nicht etwa belehrend, sondern mit einem guten Schuss Humor aus der Sichtweise eines kleinen Jungen. Trotzdem regt das Buch beim Schmunzelt über Klein-Hectors Weisheiten, die von ihm fein säuberlich in einem kleinen Heft vermerkt werden, zum Nachdenken an.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher weder Francois Lelord, noch Petit Hector kannte, was ich ganz schnell nachholen werde.
Rina Frank:
Ich folge Dir mit geschlossenen Augen
Mein Eindruck:
Dieses Buch ist ganz erstaunlich, denn ich habe es mit gemischten Gefühlen 'angelesen' und war total fasziniert. Rina erzählt ihre Geschichte flott und mit hintergründigem Humor. Selbst die lebensbedrohliche Situation meistert sie, ohne dass der Roman seinen Tiefgang verliert und in 'weichgespülte' Sentimalitäten abgleitet: Rina denkt, dass sie die OP nicht überleben wird und macht mit ihrer Tochter einen Kochkurs im Schnellgang. Auch die Liebesgeschichte wird ohne Herz-Schmerz-Drama erzählt und rührt an, denn es ist fast von Anfang an klar, dass der so faszinierende Dr Green seine Frau nicht verlassen wird, so sehr Rina sich das wünscht.
Fazit: Ein empfehlenswerter Roman, packend geschrieben und, trotz allem, mit einem guten Ende.Eva Maaser
Die Fehde der Königinnen
Das Nibelungenlied gehört zu den größten Kulturschätzen Europas. Aber wer steckte wirklich hinter der mörderischen Geschichte? Eva Maaser, Expertin für Romane über verschlungene historische Begebenheiten, erzählt ein Drama, das die meisten nur als Königinnenstreit im Nibelungenlied kennen.
Die Westgotische Prinzessin Brunichild wird aus bündnispolitischen Gründen mit dem Fränkischen König Sigibert verheiratet. In ihrem Gefolge befindet sich Wittiges, ein Stallmeister, der eine kurze und heimliche Affäre mit ihr hat. Durch glückliche Zufälle und der Verhütung eines Attentates auf Sigibert macht Wittiges eine steile Karriere am Hof des Franken und steigt in dessen Gunst auf. Er wird der persönlichen Leibgarde des Königs zugeteilt und bekommt ein großes, aber zerstörtes Gut, das er zusammen mit seinen Freunden Alexander, Pontus und seiner Frau Aletha wiederaufbaut. Aletha, schwanger von Brunichilds Vater wurde ihm von Brunichild als Ehefreu aufgezwungen. Mit der Zeit lernt er Aletha (und sie ihn)lieben und nimmt ihren Sohn wie seinen eigenen an.
Sigiberts und Brunichilds Reich ist ständig bedroht, weil sein Halbbruder Chilperich ständig versucht sein eigenes Reich zu vergrößern und sich Ländereien seiner Brüder einzuverleiben, die unter einander zerstritten sind. Es wimmelt von Intrigen und Attentätern. Als Chilperich die jüngere Schwester von Brunichild heiratet und sie im Affekt erwürgt, eskaliert der Streit der Brüder, denn Brunichild sinnt auf Rache und fordert Chilperichs Kopf. Es kommt zum Bruderkrieg. Wobei Sigibert einem Attentat zum Opfer fällt und Brunichild von Chilperich gefangengenommen wird. Das Reich Sigiberts wird von dessen Stellvertreter Gogo regiert bis der Sohn von Sigibert und Brunichilde selber regieren kann. Nach zwei Jahren Gefangenschaft kann Brunichilde von Wittiges befreit werden.
Mein Eindruck:
Vorab sei angemerkt, dass ich ein ausgesprochener Fan der historischen Literatur bin.
Dieses Buch hat mich begeistert und ich habe es verschlungen. Informativ, ohne belehrend zu wirken erzählt es uns eine spannende Geschichte voller Leben. Die Story ist kurzweilig und packend, man glaubt hier tatsächlichen Geschehnissen zu folgen. Liebe zum Detail zeichnet diesen Roman genau so aus, wie ein unglaublich lebendiger Stil. Das Buch endet ohne wirklichen Schluss und so können wir uns schon auf den zweiten Teil der Geschichte freuen.
Einen Kritikpunkt hätte ich allerdings schon: Der Klappentext hat wenig mit der wirklichen Handlung des Buches zu tun. Wer diesen Text verfasst hat, kann den Roman unmöglich gelesen (oder wenigstens durchblättert) haben. 'Die Fehde der Königinnen' macht den kleinsten Teil der Handlung aus!!!
Fazit: Ein unbedingt empfehlenswerter Roman!
Chris Carter:
Der Kruzifix-Killer
Dieser, ein religiöser Fanatiker, hatte sieben Menschen brutal gequält und ermordet, war allerdings vor anderthalb Jahren festgenommen und hingerichtet worden. Nun kommen Hunter und seinem neuen Partner Carlos Garcia Zweifel, ob der Richtige vor Gericht gestellt wurde. Als immer neue, aufsehenerregende Morde geschehen, wird klar, dass der Kruzifix-Killer am Leben ist. Er nimmt sogar Kontakt zu Hunter auf, fordert ihn heraus und verstrickt ihn in ein perfi des, tödliches Spiel. Eine rasante Jagd durch die Schattenseiten L. A.s beginnt, und Hunter ist ihm dich auf den Fersen. Doch er weiß nicht, wie gut der Killer ihn kennt, denn er steht ihm sehr, sehr nahe.
Mein Eindruck:
Die Story nimmt sofort gefangen, man ist von der ersten Zeile an mitten im Geschehen und mag nicht aufhören zu lesen. Es fängt spannend an: Detektiv Hunters Partner ist entführt worden. Als er gefunden wird, stellt man fest, dass er auf raffinierte Art 'verkabelt' wurde und nur Hunter kann ihn retten. Diese Szene erinnert an die "Saw"-Filme und ist ebenso spannend.
Dann allerdings kommt ein Zeitsprung: ..5 Wochen vorher...eine junge Frau, mit großen Erwartungen nach Hollywood gekommen, jetzt aller Illusionen bar und als Edelprostituierte arbeitend wird betäubt, entführt und auf bestialische Weise ermordet.
Jetzt wird ist eine subtilere Art der Spannung aufgebaut. Hunter ermittelt und kommt sofort sympathisch ´rüber.
Tempo-Spannung-toller Erzählerstil...was will man mehr!
William Paul Young
Die Hütte
Die große Traurigkeit
Mack ist rundherum glücklich.
Nach einer schrecklichen Kindheit und nicht weniger schlimmen Jahren als Söldner in einem Krieg, der ihn nicht betraf hat er endlich sein Glück gefunden: Eine Frau die er liebt und die ihn anbetet, fünf Kinder, die ‚gut gelungen‘ sind.
Eines Tages beschließt er, die den drei jüngsten Kindern einen Campingausflug zu machen und bei diesem Kurzurlaub kommt es zur Katastrophe:
Während Mack seine zwei ältesten Kinder, die mit ihrem Kanu im See kentern rettet, verschwindet seine jüngste Tochter spurlos.
Die sofort verständigte Polizei leitet zwar eine Suche nach dem Kind ein, findet aber keine Spur von Missy. Später stellt sich heraus, dass die Kleine von einem Serienkiller entführt und ermordet wurde.
Mack verfällt in – wie er es nennt – die große Traurigkeit. Als er bei einem Schneesturm allein zu Hause ist, bekommt er eine rätselhafte Botschaft von Gott, der ihn in der Hütte treffen möchte, in der Missys blutiges Kleidchen gefunden wurde.
Mack weiß nicht so Recht, was er von dieser Nachricht halten soll, macht sich aber trotzdem auf den Weg. Wirklich begegnet er in der Hütte Gott, aber der ist ganz anders, als Mack sich ihn vorgestellt hat. Drei Personen, die eigentlich eins sind. Behutsam erlöst Gott Mack von seiner ‚großen Traurigkeit‘ und hilft ihm, seinem Vater und sogar dem Mörder der kleinen Missy zu verzeihen. Schließlich führt er ihn an den Ort, an dem der Mörder Missys Leiche versteckt hat.
Mein Eindruck:
Ein einfühlsames Buch, welches die Frage nach dem Glauben in einer spannenden Geschichte stellt. W.P. Young ist sicher aus tiefstem Herzen gläubig und bringt das auch so ´rüber. Doch das Buch beschäftigt sich in keiner Weise mit den Dogmen der Kirche, sondern beschränkt sich auf die wahren Werte das Glaubens: Liebe, Hoffnung und Vergebung.
Kurzweilig und flüssig geschrieben, ist dieses Buch auch für Leute lesbar, die sich nicht sonderlich für die Religion interessieren.
Ich war zunächst von der Story und der subtilen Schreibweise Youngs fasziniert, allerdings zog sich die Geschichte ab der Mitte des Buches sehr in die Länge. Vieles wiederholte sich, Fragen nach dem Glauben wurden mit erst mit Gott, dann mit Jesus, anschließend mit dem hl. Geist diskutiert. Auch fand ich die Vorstellung, dass die kleine Missy nach ihrem Tod ‚real‘ im Paradies ist und mit Jesus spielt ziemlich naiv. Ich mag auch nicht wirklich an den Sündenfall als reales Geschehnis glauben.
Alles in allem ein lesenswertes Buch, das zur Buchmitte hin seine Längen hat und mich nicht wirklich zum Glauben geführt hat, aber bei mir ist da wohl Hopfen und Malz verloren…
Stephenie Meyer:
Bis(s) zum Ende der Nacht
Wenn man vom dem getötet wird, den man liebt, hat man keine Wahl. Wie kann man fliehen, wie kämpfen, wenn man damit dem Geliebten wehtun würde? Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Geliebten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern? Wenn es jemand ist, den man wirklich liebt.
Ein Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegt hinter Bella. Ein Jahr, in dem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jakob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gang, die möglicherweise verheerend für sie alle ist. Noch hofft Bella, die verschieden Fäden ihres Leben wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden
Mein Eindruck:
Das ist es also, das hochgelobte Vampirmärchen von Stephanie Meyer!
Edward der Vampir und Bella die sterbliche Schöne lieben sich, werden ein
Paar, heiraten und zeugen ein Kind. So weit, so gut. Der Hauswerwolf, Jacob,
liebt das kleine Mädchen und nicht nur er. Jeder das das Wesen sieht, ist
bezaubert. Dann fehlen nur noch die mordlüsternen Bande von Bösewichten und das
Happyend - fertig ist das Hollywoodmärchen. Habe mir inzwischen den "Film zum Buch" angeschaut und muss sagen, dass der Film dem Roman in keinster Weise gerecht wird! Schade auch!
Schön zu lesen, aber sehr vorhersehbar und zuweilen ein wenig ermüdend. Trotzdem konnte ich das Buch nicht weglegen, musste es einfach bis zum Ende wegschmökern. Obwohl ich nur den letzten Band gelesen habe, waren die Zusammenhänge doch gut zu verstehen.
Fazit: nicht viel nachdenken und sich einfach von einer Geschichte über (ausnahmsweise mal nette) Vampire, Werwölfe und allerlei Fabelwesen bezaubern lassen.
